Auf den Spuren des Lindt & Sprüngli Farming Program

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Von Quynh Arguello

Ghana /


Während meiner kurzen Reise nach Ghana habe ich das Land und seine Geschichte rund um den Kakaoanbau entdeckt. Auf den Spuren des Lindt & Sprüngli Farming Program lernte ich wunderbare Menschen kennen, probierte zum ersten Mal eine frische Kakaobohne und erlebte, wie wir durch unsere Partnerschaft etwas bewirken für die Bauern, ihre Familien und Gemeinden.

Es herrscht Trockenzeit in Accra, als ich Ende November in die Region im Süden Ghanas reise. Die Lufttemperatur ist angenehm heiss, der Monat verzeichnet die meisten Sonnentage im Jahr. Im Ort Mampong besichtige ich die allererste ghanaische Kakaoplantage, die 1879 von Tetteh Quarshie errichtet wurde. Er brachte damals die ersten Kakaobohnen ins Land. Heute befinden sich noch zwei Bäume auf der Plantage, die über 140 Jahre alt sind. An den Bäumen wachsen zwar noch Kakaofrüchte, für die Produktion sind sie jedoch nicht mehr brauchbar. Neue Kakaobäume werden auf dieser Plantage nicht mehr angepflanzt, sie geniesst aber einen hohen historischen Stellenwert und wird oft von Touristen besucht.

Es berührt mich sehr zu wissen, dass ich den Ursprungsort des Kakaoanbaus in Ghana mit eigenen Augen sehen konnte. Seither ist die Kakaoproduktion im Land weit verbreitet. Jährlich werden hier rund 800'000 Tonnen Kakao produziert, was Ghana zum weltweit zweitgrössten Kakaoproduzenten macht. Über 60'000 Bauern sind dabei Teil des Lindt & Sprüngli Farming Program. Das Programm strebt einen ökologisch und sozial verantwortungsvollen Anbau an und unterstützt die Bauern, ihre Familien und ihre Gemeinden.

Der erste Kakaobaum Ghanas ist über 140 Jahre alt und trägt bis heute Kakaofrüchte. Heute geniesst die Plantage einen hohen historischen Stellenwert.

Nach dem Besuch dieser historischen Plantage geht es für mich weiter nördlich ins Landesinnere nach Kumasi, die seit 2014 grösste Stadt Ghanas. Auf meiner Reise begleitet mich der sympathische Kevin Bosson, der als Sustainability Representative Africa für Lindt & Sprüngli vor Ort arbeitet. Während der stundenlangen Autofahrt versuche ich meine Augen ein wenig zu schliessen – bei den holprigen Strassen mit vielen Schlaglöchern jedoch kaum möglich. Die Distanzen zwischen den Besichtigungsstätten sind lange und die Reise ist anstrengend, die Vorfreude und das Interesse überwiegen jedoch.

Angekommen in der Gemeinde Mahamakrom, treffe ich die Kakaobäuerin Dina Ofori. Sie ist Mitglied des Lindt & Sprüngli Farming Program. Dina erzählt mir von ihrem Arbeitsalltag – von den Hürden, die zu überwinden sind, aber auch von der wertvollen Unterstützung, die sie durch das Lindt & Sprüngli Farming Program erhält (Portrait Dina Ofori). Auf Dinas Plantage probiere ich zum ersten Mal eine frische Kakaobohne. Dabei wird das Fruchtfleisch von der Bohne gesaugt. Sie schmeckt unglaublich fruchtig und erfrischend! Ich vernehme noch keine Ähnlichkeit mit dem fertigen Produkt Schokolade. Im Gegensatz dazu probiert Dina zum ersten Mal eine LINDOR Kugel, die ich ihr mitgebracht habe. Sie empfindet die Schokolade ebenfalls als sehr lecker, aber vor allem als sehr süss. Sie ist stolz, mit ihren Kakaobohnen zu dieser guten Schokolade beigetragen zu haben und schenkt mir ein herzliches Lächeln. Während ich meine erste Kakaobohne probiere und Dina zum ersten Mal Schokolade isst, erleben wir sozusagen am eigenen Leib das Hauptprinzip des Farming Program: «Von der Bohne bis zur Tafel» – vom Ursprung der Produktion bis zum fertigen Produkt.

Auf der Plantage bei Dina Ofori (1.v.r.).
Die Farming-Gemeinschaft in Mahamakrom.

Später treffe ich bei meinem Besuch einige lokale Farming Program Trainer, die in Zusammenarbeit mit Kevin Bosson dafür sorgen, dass das Lindt & Sprüngli Farming Program und die dazugehörenden Unterstützungsleistungen bestmöglich umgesetzt werden. In Ghana sind es zurzeit 378 solche Trainer, die im Auftrag des Lindt & Sprüngli Farming Program im Feld unterwegs sind und die Bauern betreuen. Die Programm Trainer klären mich darüber auf, mit welchen Herausforderungen sich die Kakaobauern konfrontiert sehen. So gibt es beispielsweise die Problematik, dass die Fruchtqualität bei älteren Kakaobäumen nachlässt. Diese Bäume können für die Kakaoproduktion nicht mehr genutzt werden – der Anbau neuer Bäume dauert jedoch sehr lange. In der Zwischenzeit verdienen die Bauern somit nichts.

Eine weitere Problematik zeigt sich im illegalen Goldabbau. Denn: Nebst dem Kakaoanbau ist Ghana auch bekannt für seine Goldreserven. Gewisse Unternehmen bieten den Bauern viel Geld für ihr Land, um dort nach Gold zu graben. Dadurch wird der fruchtbare Boden zerstört und Chemikalien gelangen ins Trinkwasser der Gemeinden. Das Ziel der Mitarbeitenden vor Ort ist, den Bauern aufzuzeigen, dass der Verkauf ihres Landes ihnen zwar kurzfristig eine hohe Summe an Geld einbringt, jedoch meist keine nachhaltige Lösung ist. Stattdessen erklären die Programm Trainer den Bauern die Vorteile von Diversifikation – sprich wie sie ihr Land in Zeiten nutzen können, wenn keine Kakaofrüchte geerntet werden, beispielsweise mit Gemüseanbau oder Tierhaltung. Dadurch können sie sich während des ganzen Jahres versorgen.

Kevin Bosson arbeitet als Sustainability Representative Africa vor Ort (links). Ein Bauer baut neben Kakao auch Kohl an – zum Eigenbedarf und als zusätzliches Einkommen (rechts).
The Program Trainers show me how they support the farmers with their daily work.

Als letzte Etappe meiner Reise besuche ich ein Lagerhaus, wo die Kakaobohnen von den Feldern angeliefert und zwischengelagert werden, bevor sie an den Hafen transportiert und exportiert werden. Im Lager arbeiten sogenannte Depot-Keeper. Sie packen die Bohnen in Säcke ab, stapeln sie und versehen sie mit einem Label und Nummern, damit genau rückverfolgbar ist, aus welcher Gemeinde die Bohnen stammen. Zudem werden im Lager bereits erste Qualitätskontrollen durchgeführt. Seit 2020 sind 100% unserer Kakaobohnen rückverfolgbar und extern verifiziert. Am meisten erstaunt mich, dass die Mitarbeitenden die Qualität der Bohnen sogar alleine am Gewicht der Säcke erahnen können – ist der Sack zu schwer, deutet es darauf hin, dass die Bohnen noch zu feucht sind.

Die Schulen sind teilweise nicht mehr renovationsfähig.
Mit der Renovation und dem Bau neuer Schulen zaubern wir vielen Schulkindern ein Lächeln ins Gesicht.
An diesem Ort wird eine neue Schule gebaut – finanziert durch das Lindt & Sprüngli Farming Program.

Als letzte Etappe meiner Reise besuche ich ein Lagerhaus, wo die Kakaobohnen von den Feldern angeliefert und zwischengelagert werden, bevor sie an den Hafen transportiert und exportiert werden. Im Lager arbeiten sogenannte Depot-Keeper. Sie packen die Bohnen in Säcke ab, stapeln sie und versehen sie mit einem Label und Nummern, damit genau rückverfolgbar ist, aus welcher Gemeinde die Bohnen stammen. Zudem werden im Lager bereits erste Qualitätskontrollen durchgeführt. Seit 2020 sind 100% unserer Kakaobohnen rückverfolgbar und extern verifiziert. Am meisten erstaunt mich, dass die Mitarbeitenden die Qualität der Bohnen sogar alleine am Gewicht der Säcke erahnen können – ist der Sack zu schwer, deutet es darauf hin, dass die Bohnen noch zu feucht sind.

In diesem Lagerhaus werden die Bohnen abgepackt und gelagert, bis sie zum Transport abgeholt werden.

Am Ende meiner Besichtigungen angelangt, habe ich noch die Möglichkeit, weitere schöne Flecken Ghanas zu entdecken. Ich besuche unter anderem den Makola Markt, auf dem es vor Leben nur so sprüht. Nach knapp zehn Tagen verlasse ich Ghana mit vielen neuen Erkenntnissen und bleibenden Erinnerungen. Ich bin tief beeindruckt vom Engagement des Lindt & Sprüngli Farming Program Team, von der Herzlichkeit der Kakaobauern und Bäuerinnen, zusammen mit ihnen hinterlassen wir tatsächlich nachhaltige Spuren. Medase Kevin, Medase Farming Program, Medase Ghana! Ich freue mich heute schon auf meinen nächsten Besuch in Ghana.


Autor/in

Quynh Arguello / Head Group Communications

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